Im Augenblick. | Persönliches
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2. Dezember 2015 Schwanger. Stumm stehe ich im winzigen Badezimmer unserer alten Wohnung und starre auf zwei rote Streifen. „Ich bin schwanger“, in Dauerschleife murmele ich diesen Satz vor mich hin, während mein Blick zum Spiegel wandert und ich mir selbst in die ungläubigen Augen blicke. „Ich bin schwanger“, sage ich. „Oh mein Gott, ich muss es Franz sagen“, denke ich. „Ich bin schwanger“, sage ich. „Oh mein Gott, der kommt erst in ACHT STUNDEN“, denke ich. „Ich bin schwanger“, sage ich. „Oh mein Gott, mein ganzes Leben wird...

„Morgen geht es los“. Franz und ich sitzen in einer kleinen Pizzeria, unsere Hände liegen auf dem Tisch, die Finger ineinander verschlungen, während wir ganz klischeehaft auf Pizza, Salat und Rotwein warten. „Morgen geht es los“, sagt er noch einmal, seine Worte klingen dumpf, so als hätte er vergessen sich selbst daran zu erinnern, dass er sich doch eigentlich freuen sollte. Ich habe einen Kloß im Hals, versuche zu lächeln während ich die Tränen in meinen Augenwinkeln wegblinzle. Ganz fest halte ich seine Hand, nie möchte ich sie...

„Du kannst das nicht“. Es ist, als würde das weiße Blatt Papier mich hämisch anstarren. Der Cursor blinkt spöttisch. Blink. Blink. Blink. Ich finde es klingt eher wie „Ha. Ha. Ha“. Ich weiß, dass Cursor generell eher weniger reden können, aber in meiner Phantasie führe ich manchmal ganze Streitgespräche mit Gegenständen oder ausgedachten Figuren. Freja und ich picknicken zum Beispiel regelmäßig mit ihrem Teddybär „Saruman“, dem Schaf „Schaf“ sowie unserer unsichtbaren Freundin Frau Rotkohl, benannt nach selbiger Person aus „Das Sams“. Frau Rotkohl ist generell mit allem und...

„Mama“. Es scheint mir als dringe ein leiser Ruf in meinen Traum. „Mama“. Gedämpft höre ich meinen Namen, oder sollte ich eher sagen, meinen Titel? „Mama“, was ist das überhaupt? Eine Bezeichnung? Ein Kosewort? „Maaaaamaaaaaaa“. Die Stimme wird nachdrücklicher und obwohl sie immer noch so klingt als käme sie aus weiter Ferne, wage ich eines meiner Augen zu öffnen und zu blinzeln, um den Ursprung des Rufens zu ermitteln. Ich erwarte in das freudenstrahlende Gesicht meiner Tochter zu blicken, wie jeden Morgen, um – wie jeden Morgen –...

Heute ist der 19. Mai 2018, 23:23 Uhr. Ich habe noch ganz genau 37 Minuten, dann werde ich 30 Jahre alt. Und wenn ich sage, genau 37 Minuten, dann meine ich das wortwörtlich, denn ich wurde um Punkt Null Uhr geboren. Vor fast 30 Jahren durften sich meine Eltern aussuchen, ob sie meinen Geburtstag lieber am 19. oder am 20. Mai feiern wollten. Ich fand es schon immer ziemlich cool, genau um Mitternacht geboren zu sein, denn irgendwie klingt es besonders, wenn man sagt: „Meine Eltern durften sich...

Berlin. Mehr Urlaub als Großstadt. Aber immerhin.   Jeden Morgen ausschlafen und mich nach einer ausgiebigen Dusche noch einmal in den weichen, flauschigen Hotelbademantel kuscheln. Frühstück in einem kleinen, gemütlichen Café mit einem frisch gebrühten Espresso aus geblümten Tässchen. Stundenlang die vorbeiziehenden Leute begucken und abends Bier aus Gläsern mit Henkeln in einer urigen Bar. Das ist Urlaub. Unser Trip nach Berlin ist zwar auch nicht ganz ohne geschäftliche Termine ausgekommen aber trotzdem hatten wir ein paar Tage - nur für uns. Mehr Cafés als Museen. Weniger Kultur als Ausschlafen. Und gerade...

Über die Liebe.   Schon seit ich mich erinnern kann, hatte ich einen Traum. Ich träumte davon mich zu verlieben. So richtig. Hals über Kopf, mit weichen Knien, Haut und Haaren und jede Menge Schmetterlingen im Bauch. Ich wollte eine Liebe erleben so wie ich sie aus Filmen und Liedern kannte. Eine Liebe, die Menschen dazu inspiriert Bücher und Gedichte zu schreiben, Träume zu verwirklichen und Leben zu verändern. Natürlich fand ich diese Liebe erst einmal nicht. Ich verliebte mich zuweilen, doch es war nie so wie ich es mir immer...