Im Augenblick. | Der nächste Schritt.
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Der nächste Schritt.

Der nächste Schritt.

 

Heute ist ein guter Tag, das weiß ich schon beim Aufstehen. Ich habe dieses unbestimmte Kribbeln im Bauch, diesen freudigen Vorboten von vielversprechenden Entwicklungen und aussichtsreichen Chancen. Heute ist es Zeit sie anzupacken, das spüre ich einfach. Ich bin völlig enthusiastisch und absolut sicher zugleich. „Ich weiß jetzt wie es geht“, erzähle ich meiner Mutter beim Frühstück im Brustton der Überzeugung. „Ich weiß jetzt, wie wir unseren nächsten Schritt gehen müssen.“

Es ist eine seltsame Angelegenheit mit den nächsten Schritten im Leben, meistens möchte man sie nicht gehen. Veränderungen machen Angst, vor allem weil sie im Grunde nie so aussehen wie wir sie uns vorgestellt haben. Pläne? Na klar. Träume? Jede Menge. Aber Veränderungen? Ich bin doch nicht des Wahnsinns.

Ich kann zuweilen ein ganz schöner Angsthase sein, wenn es um den nächsten Schritt geht. Nur allzu gerne weigere ich mich partout gegen mein eigenes Gefühl das schon längst weiß was zu tun wäre. Noch immer nehme ich an, dass meine Wünsche genau so in Erfüllung gehen wie ich es mir gedacht habe, dabei hat mir mein Leben schon so oft gezeigt, dass ich letztendlich keine Ahnung habe.

„Wohin zum Teufel soll das bloß führen?“ Nicht nur einmal habe ich mir zu diesem Satz imaginär die Haare gerauft und ernsthaft an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt. Und nicht nur einmal hat mich eben dieser Satz schlussendlich an mein Ziel gebracht. Nur der Weg war ein anderer, als ich es mir jemals hätte vorstellen können.

Wer den nächsten Schritt geht und Veränderungen wagt, dem eröffnen sich irgendwann vollkommen neue Perspektiven, doch erst einmal bewegt man sich nun auf unbekanntem Gebiet und das ist weiß Gott nicht immer leicht und lustig. Auch ich sitze zwei Stunden nach meiner morgendlichen Euphorie völlig frustriert vor meinem Laptop. Meine Begeisterung ist der Resignation gewichen und mein Kribbeln im Bauch erscheint mir wie die fixe Idee einer unter Schlaflosigkeit leidenden Verrückten. Leider kann ich sie nicht mehr so einfach vergessen. Verdammt. Es gibt kein Zurück mehr. Schweren Herzens vergesse ich meine Illusion von einem ruhigen, beschaulichen Leben ohne viele Veränderungen, atme einmal tief durch und wage ihn, den nächsten Schritt. Bis jetzt hat mich mein Leben noch immer ans Ziel gebracht.

 

KretschmerFotografie_447

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