Im Augenblick. | Fit by 50
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Fit by 50

Fit by 50

 

Es ist gerade mal eine Woche her da hatte ich ein denkwürdiges Gespräch mit mir selbst. Ein unbequemes aber auch ein respektvolles und ehrliches Gespräch mit meinem Körper. Gemeinsam sind wir zu dem Entschluss gekommen unsere Beziehung zu verbessern und ich habe entschieden, auch den für mich unbequemen Bedürfnissen meines Körpers gerecht zu werden. Gesagt, getan.

Weil ich mich einfach viel besser aufraffen kann, wenn ein Unternehmen möglichst wenig Umstände macht, habe ich meine zugegebenermaßen sehr alten, unschönen Joggingschuhe rausgekramt, habe meine etwas knappen Sportklamotten übergestreift und bin getreu meinem Verspechen „meinen Körper wieder in Bewegung zu bringen“ losgelaufen. Im Wald versteht sich und zwar da, wo mich keiner sieht. Und langsam, sehr langsam. Aber es war gut.

Es fühlte sich an wie ein vorsichtiges Rantasten an eine Fähigkeit die ich vor langer Zeit besessen haben musste. Es war erstaunlich, mit jedem Schritt fühlte ich mich meinem Körper näher. Es war als wollte er mir auf dieser ersten gemeinsamen Joggingrunde Mut zusprechen und zeigen was er eigentlich kann. Nach überraschenden sechs Kilometern waren weder er noch ich in einem desolaten Zustand. Ganz im Gegenteil: mein Körper und ich, wir spürten uns intensiv. Meine Beine hatten eine leichte Schwere. Mein Kopf war, zugegeben, gut durchblutet. Aber wir funktionierten zusammen und das machte mich glücklich. Ich fand das war ein gutes „Erstes Mal“ und beschloss: „Wir gehen in die zweite Runde“.

Das ist jetzt genau eine Woche her und ich bin seitdem jeden Tag gelaufen. Erstaunlich eigentlich, denn es war als hätte mein Körper mir bei unserem ersten bewegten Date ein Versprechen abgerungen was er selbst nicht gewillt war einzuhalten. „Ich halte wieder zu dir“, hatte ich ihm zugesagt und das nutze er jetzt schamlos aus. Es war als müsse ich eine träge Masse in Schwung bringen und die hatte nichts Besseres zu tun als jeden Schritt zu boykottieren. Auch die kleine, fiese Stimme in meinem Kopf stand nicht auf meiner Seite und machte mir immer wieder weis: „Wir sind kein Team und wir werde niemals eins werden.“

Ich fühlte mich von meinem Körper im Stich gelassen, sagte er mir doch klar und deutlich: „Ich will nicht so wie du willst“. Ich fühlte mich alleine gelassen, wäre da nicht Sam gewesen, unser vierjähriger Familienhund. Aufgeregt und schwanzwedelnd begrüßte er jeden Griff zum Joggingschuh und ich hatte in nur einer Woche all’ seine zu vergebenen Sympathiepunkte gewonnen. Jetzt sind wir beide ein Team, und auch wenn mein Körper diese Beziehung unglaublich unbequem findet und jammert und stöhnt verweise auf meine vierbeinigen Verbündeten und stelle wegen leichter Unpässlichkeiten meines Körpers nicht ein ganzes Projekt in Frage. Ganz im Gegenteil.

Ich mache jetzt Nägel mit Köpfen und durchforste das Internet und die einschlägige Literatur nach Antworten auf die Frage: „Wie bringe ich meinen Körper und meinen heruntergewirtschafteten Stoffwechsel wieder auf Trab? Was schmilzt meine überflüssigen Pfunde weg und bringt mich in Form?“. Eins ist sicher: In kurzer Zeit und ohne großen Aufwand zig Kilos verlieren, klingt zwar verlockend, aber das klappt nicht. Mit Textmarker und Notizzettel bewappnet entdecke ich in den unterschiedlichsten Ansätzen immer wieder grundsätzliche Parallelen. Schnell ist klar, mein Stoffwechsel befindet sich im Winterschlaf und ist nicht ohne weiteres gewillt aufzuwachen. Aber ich werde ihn wecken. Und zwar heute. Denn ich habe heute Geburtstag und mit 49 Jahren haben wir, also mein Körper und ich, eine reelle Chance auf einen zweiten Frühling.

„Fit by 50“, das ist mein Ziel. Ich löse für mich das Geheimnis des erfolgreichen Abnehmens und wenn ich fünfzig bin fühle ich mich in meinem Körper so wohl wie selten. Ich schlage ihn ein, den neuen Weg in meinem Leben. Die ersten Schritte bin ich schon gegangen und erstaunlicherweise fühle ich mich alleine mit meinem heutigen Entschluss schon unglaublich viel wohler.

 

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