Im Augenblick. | „Oh Gott, jetzt hat das Baby sich ein Bein gebrochen“
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„Oh Gott, jetzt hat das Baby sich ein Bein gebrochen“

Die Geburt unserer Tochter Ilvie

„Ich. Will. Nicht. Mehr.“, sage ich und betone dabei jedes einzelne Wort, während ich mir mit der erdverschmierten Hand den Schweiß aus dem Gesicht streiche. „Es. Soll. Endlich. Rauskommen.“ Um meinen Worten Nachdruck zu verleihen stampfe ich mit dem Fuß auf und zeige mit beiden Händen auf meinen Bauch, der aussieht als hätte ich einen Medizinball verschluckt und sich mittlerweile auch so anfühlt. Franz grinst. „Hör auf zu grinsen, es ist mir verflucht ernst“, fauche ich ihn an und sehe dabei wie er sich das Lachen verkneifen muss. Ich kann es ihm nicht verdenken. Es ist beinahe Abend, er ist soeben von der Arbeit nach Hause gekommen und findet mich vor, wie ich mitten in unserem Blumenbeet hocke, meine Beine stecken in meiner Schlafanzughose, weil das die einzige kurze Hose ist, die mir noch passt, dazu trage ich eines meiner Schwangerschaftsshirts das mir leider nicht mehr passt und dauernd über dem Bauchnabel nach oben rutscht und meinen ganzen Körper ziert eine dezente Dreckschicht. Auf seine Frage „Was tust du da?“ antworte ich mit einem Schulterzucken: „Unkraut jäten“. Ich sehe wie sein Blick leicht panisch zu unserem Blumenbeet flattert und ich schätze das rührt daher, dass ich in meinem Leben noch niemals auf die Idee gekommen bin freiwillig so etwas wie Unkraut jäten zu tun und mein Mann nun etwas Angst um seine Blumen hat. „Keine Sorge, ich WEISS was Unkraut ist und was nicht“, funkele ich ihn an und warte nur darauf, dass er meine dreistündige Gartenaktion in Frage stellt, damit ich ihm meinen ganzen Ärger über meine zunehmende Eingeschränktheit entgegenschleudern kann. Aber er nimmt einfach mein Gesicht in seine Hände, küsst mich und anstatt mich zu beschweren fange ich nun also an zu heulen: „Ich wollte doch einfach nur, dass es endlich losgeht“.

„Ich habe Angst“, flüstere ich an Franz’ Brust und als ich aufsehe, merke ich, dass sein T-Shirt nun auch voller Erde ist. „Ich weiß“, sagt er nur. „Ich weiß nicht ob ich das schaffe“, murmele ich. „Was?“, fragt Franz und zwingt mich mit seiner Hand an meinem Kinn ihm in die Augen zu blicken. „Ich habe Angst, dass der Schmerz mich überwältigt, dass meine Gefühle mich überrollen und dass es unserem Baby nachher nicht gutgeht. Wie bei Freja … “, ich breche mitten im Satz ab. Schon wieder glitzern Tränen in meinem Augenwinkel. „Was ist, wenn was passiert?“, frage ich leise und auch wenn ich die Antwort schon kenne, weil ich ihm eben diese Frage in den letzten Monaten unzählige Male stellte so tut es doch immer wieder gut, die Antwort aus seinem Mund zu hören: „Inga… es wird nichts passieren. Du schaffst das“. Ich sinke in seine Arme und hoffe so sehr, dass er Recht behalten wird.

Bei Frejas Geburt hatte ich mich überrollt gefühlt, fast schon ausgeliefert, nicht nur von den Schmerzen der Wehen, sondern auch von ihrer emotionalen Wucht und nun, da ich mein zweites Kind gebären werde, wünsche ich mir nichts sehnlicher als es dieses Mal anders zu erleben. Ich wünsche mir mich einlassen zu können auf diesen Prozess, den mein Körper von Natur aus kennt und der sich mit dem Verstand nicht greifen lässt. Und ich wünsche mir so sehr, als dass es meinem Baby gut geht und es nicht – wie Freja damals – die ersten Tage seines Lebens alleine in einem Brutkasten verbringen muss. 

„Du hast dich so gut vorbereitet…“, sagt Franz da. „Du hast dich allen deinen Ängsten gestellt. Wenn du so weitermachst, wachst du morgen auf und dieses Baby liegt einfach neben dir“. Ich muss lachen. Wahrscheinlich hat er Recht.

Doch drei Tage später bin ich mir da nicht mehr so sicher. Noch immer habe ich Wehen. Noch immer ist mir übel. Und noch immer tut sich trotz allen Anzeichen rein gar nichts. Es ist Sonntagnachmittag und wir kommen grade von einer seltsamen Veranstaltung namens „Ritterlager“ wo wir drei Stunden lang erwachsenen Menschen dabei zugesehen hatten wie sie sich als Ritter verkleidet mit Schaumstofflanzen bekämpften. Am Ende hatte ich gestöhnt: „Wenn das nicht hilft, weiß ich auch nicht mehr weiter“, doch nun – grade als ich mich noch einmal kurz hinlegen möchte – vernehme ich ein Knacken in meinem Bauch. Ich höre und fühle es zugleich und mein erster Gedanke ist: „Oh Gott, jetzt hat das Baby sich ein Bein gebrochen“. Mein zweiter Gedanke ist: „Oh Gott ist das vielleicht die Fruchtblase?“. Auf der Toilette bestätigt sich wenige Augenblicke später meine zweite Annahme und auch wenn man meinen sollte, ich müsste nach all’ meinem Geschimpfe nun jubelnd durchs Haus rennen, verfalle ich erst einmal in eine Art aufgeregte Starre. Bestimmt eine Viertelstunde lang bleibe ich auf der Toilette sitzen und murmele „Oh mein Gott“ vor mich hin. Mein ganzer Körper kribbelt und gleichzeitig fühle ich mich unfähig mich zu bewegen. Als ich meine Hand hebe, sehe ich, dass sie leicht zittert.

Ich gehe ins Schlafzimmer und öffne das Fenster. Freja und Franz sitzen im Garten auf dem Trampolin und obwohl ich kein Wort herausbringe sieht Franz zu mir empor. „Müssen wir los?“, fragt er. Ich nicke stumm. „Geplatzt?“, fragt er. Ich nicke wieder und wenige Minuten später knien wir beide vor unserer Tochter und erklären ihr, dass wir jetzt ins Krankenhaus fahren weil ihre kleine Schwester rauskommen möchte. Freja nickt verständnisvoll, ist aber nicht sonderlich beeindruckt. Erst als wir sie fragen ob sie gerne bei Oma übernachten will, reißt sie ihre kleinen Hände in die Luft und ruft begeistert „Oh ja, ich geh sofort meine Tasche packen…“. Ich möchte lachen und weinen zugleich, als habe ich keine Ahnung was ich fühlen soll und mein Körper ist noch immer zitterig. Wehen habe ich allerdings keine. Zum ersten Mal seit drei Wochen.

Doch schon als meine Mutter Freja abholt und mir noch zuflüstert: „Du schaffst das“, merke ich wie mein Bauch sich zusammenzieht. Es fühlt sich stärker an als die ganze letzte Zeit und auf einmal frage ich mich nicht mehr ob ich Geburtswehen habe, ich weiß es. Ich fühle es. Die Wehen kommen direkt alle fünf Minuten und auch wenn Franz sich eigentlich noch eine Portion Nudeln hatte kochen wollen, beschließen wir sofort ins Krankenhaus zu fahren. Es ist viertel nach sechs als ich im Kreißsaal liege, die Hebamme das erste CTG schreibt und das aufgeregte Kribbeln meines Körpers endlich umschlägt in eine Art gespannte Ruhe. Jetzt kann es losgehen.

Während die Wehen langsam stärker werden halte ich Franz Hand. Immer wieder sehe ich in seine Augen und ohne, dass ich etwas sagen brauche nickt er und sagt: „Du schaffst das“. Ich glaube ihm. Wenn ich ihm glaube, dann kann ich mir glauben, so hatte ich es ihm im Vorfeld erklärt und ich behalte Recht. Seine Ruhe, sein Vertrauen ermöglichen mir loslassen zu können. Ich atme, so wie ich es geübt habe. Ich bewege mich, suche nach Positionen die mir angenehm sind und wenn ich mich in den Pausen wenige Momente so fühle, als sei nichts gewesen, dann nutze ich diese Minuten um mir bewusst zu machen, dass alles richtig ist, alles ist gut. Ich bin wie in einem Flow der mich von Wehe zu Wehe leitet und auch wenn der Schmerz natürlich ebenfalls immer heftiger wird, so kann ich ihn doch gut aushalten.

Mein Muttermund ist mittlerweile sechs Zentimeter geöffnet, als meine Ruhe langsam schwindet, die Pausen immer kürzer werden und die Wehen so heftig, dass ich mich mit meinem gesamten Gewicht an Franz Arme hänge bis ich beinahe auf dem Boden knie um sie aushalten zu können. Ich kann nun nicht mehr denken, weiß nicht einmal mehr was ich fühle, geschweige denn was um mich herum passiert. „Nein …“, rufe ich als ich merke, dass sich die nächste Wehe ankündigt und ich schon von der ersten Sekunde an spüre, dass sie anders ist. Noch heftiger. Noch länger. Ich drücke meinen Kopf an Franz Brust, stemme mich mit meinem ganzen Gewicht gegen ihn, grabe meine Hände in seine Unterarme und muss beinahe schon mitdrücken, dabei war der Muttermund doch erst bei sieben Zentimetern.

„Muttermund ist vollkommen verstrichen … das ging ja jetzt schnell“ höre ich die Hebamme sagen und am liebsten möchte ich antworten: „Verdammt, das weiß ich längst“. Doch stattdessen rufe ich: „Sie kommt“, ich weiß nicht mehr ob ich diese Worte tatsächlich rufe, aber in meiner Erinnerung ist meine Stimme laut in diesem Moment in dem mir klar wird, dass ich meine Tochter nun auf die Welt bringen werde. Jetzt.

„Sie kommt.“, rufe ich also und in der nächsten Sekunde spüre ich wie mein ganzer Körper damit beginnt dieses kleine Wesen in mir nach draußen zu schieben. Er tut es mit einer solchen Wucht, dass mich der Schmerz für einen kurzen Moment überrollt. Es sind nur wenige Augenblicke die sich anfühlen als sei ich gefangen in einer Wehe, die keine Pause mehr zu machen scheint, um mich herum verschwimmt der Raum und ich höre mich selber, wie ich ganz laut „Scheiße.“, rufe und: „Ich kann das nicht“. Doch dann höre ich ihn: „Du kannst das, guck mich an!“. Seine Stimme ist mein Anker, ich suche seinen Blick und nicke stumm. Er hat Recht, ich kann das. Ich grabe meine Finger in seinen Unterarm, das Einzige was ich wahrnehme sind seine Augen die mich ansehen, wie sie mich noch nie angesehen haben. „Das Köpfchen ist fast da, möchtest du es fühlen“, höre ich die Hebamme fragen. Ich schüttele nur den Kopf, versuche mit dem Schmerz zu atmen. Noch immer kann ich mir nicht vorstellen, dass dort ein echtes Baby in mir drin ist, das einzige was ich sicher weiß, ist, dass ich Franz Blick nicht verlieren darf, jetzt nicht, denn sonst verliere ich mich.

„Noch ein Mal“, sagt die Hebamme, der Kopf ist bereits halb draußen. Franz greift meine Hand noch fester, und nickt bestimmt. „Noch ein Mal“, flüstert er. Ich mobilisiere alles was ich habe, meine Kräfte, meinen Glauben, meine Liebe, ich drücke und stemme meine Füße gegen das Bett auf dem ich sitze. Und dann, ganz plötzlich weiß ich: „Ich habe es geschafft“. Das Köpfchen ist draußen, der Rest gleitet hinterher und mit einem Schrei begrüßt meine Tochter diese Welt. Ich lache und weine zugleich, noch immer halte ich ihn fest, den Blick meines Mannes. Erst als ich den kleinen Körper meiner Tochter spüre, die nun zum ersten Mal in meinen Armen liegt, lasse ich ihn los und wende ihn stattdessen diesem verschmierten, brüllenden und so unglaublich perfekten Bündel Mensch zu.

Es ist der 21.Juli 2019 um zehn nach zehn als Ilvie Hanka ihren ersten Atemzug auf dieser Welt tut, die – so scheint es mir – sich für einen kleinen Moment aufhört zu drehen. „Sie ist ganz rosig“, flüstere ich Franz zu. „Überhaupt nicht verschmiert“. Er nickt. Sein Kopf an meinem, sein Arm um meine Schulter betrachten wir unsere Tochter, die nur Minuten nach ihrer Geburt schon so fertig, so perfekt, aussieht, dass ich nichts Anderes tue als zu staunen. Ich staune darüber, wie schnell sie auf einmal da war, ich staune darüber wie ihre großen Augen mich anblicken als sei es das Selbstverständlichste der Welt, dass sie nun auf meinen Bauch liegt. Ich staune über ihre Händchen mit den unheimlich langen Fingern, die sich unwillkürlich bewegen über ihren Mund, der sich immer wieder öffnet als würde sie mit den Lippen ein „O“ formen und über ihr Köpfchen, das sich bereits suchend hin und her bewegt. Ich staune darüber wie vertraut, wie sicher, wie warm sie sich anfühlt, darüber wie glasklar es mir ist: Sie ist ein Teil von mir. Erst hinterher erzählte Franz mir, dass ich viel Blut verloren habe, ein neuer Zugang gelegt werden musste, die Plazenta geboren. Um mich herum eilen Hebamme und Ärztin geschäftig hin und her – doch all’ das nehme ich wahr wie durch einen milchigen Schleier. Es gibt in diesem Moment nur mein Staunen darüber, dass wir zwei nun drei sind, einfach so.

Franz schneidet die Nabelschnur durch, die sich anfühlt wie ein Gartenschlauch. Ich erwache langsam aus meinem Trancezustand und staune einmal mehr als ich realisiere, dass ich außer einer kleinen Schürfwunde keine Verletzungen habe. Ilvie schmatzt nun so laut, dass es kein Wunder ist, dass sie die nächsten zwei Stunden durchgehend damit verbringt zu trinken. Erst links, dann rechts, dann wieder links, dann wieder rechts und immer so weiter. Ich esse derweil ebenfalls. Es sind genau 15 Minuten vergangen, dass ich meine Tochter zur Welt gebracht habe und alles was ich will ist ein Snickers. Gott Sei Dank haben wir eins dabei und so sitze ich mit verschmiertem Oberteil mitten im Kreißsaal, höre verzückt auf das leise Schmatzen meiner Tochter die in ein knallgelbes Handtuch gewickelt ist, in der einen Hand halte ich ein Snickers in der anderen die Hand meines Mannes und könnte platzen vor Glück und Liebe und Stolz und Erleichterung. Ich habe es geschafft.

Wenig später wird Ilvie gewickelt und gewogen. Sie trägt nun einen Schlafsack und dieselbe pinke Wollmütze die ihre große Schwester ziemlich genau drei Jahre zuvor trug und als ich mich selbst ein wenig frisch gemacht habe und sie wieder im Empfang nehme, fühlt es sich so vertraut an, als sei sie schon immer da gewesen. Man sollte ja meinen, das sei normal bei einem Menschen der die vergangenen zehn Monate in meinem Bauch gewachsen ist, aber ich glaube das ist es nicht. Dieses Mädchen hat mir von der ersten Sekunde an gezeigt wie sich Vertrauen, Sicherheit und Leichtigkeit anfühlen und ihr Weg auf diese Welt hätte kein besserer Ausdruck davon sein können.

Wir entscheiden uns die Nacht im Krankenhaus zu verbringen, alle drei. Ich bekomme ein Bett und Franz schiebt mich und unsere Tochter aus dem Kreißsaal über den Flur und in unser Zimmer, wo ich bei meinem ersten Versuch aufzustehen auch prompt in Ohnmacht falle. Zum Glück falle ich direkt in Franz Arme und außerdem im Beisein von Hebamme und Krankenschwester. Ich sehe es noch vor mir wie drei besorgte Gesichter zu mir hinabblicken als ich vollkommen verwirrt die Augen aufschlage und mich fühle als sei ich soeben aus einem mehrstündigen, tiefen Schlaf erwacht und fast ein bisschen empört bin, dass es jemand wagt mich aus meinen wunderbaren Träumen zu reißen. Ich kann mich wirklich nicht erinnern wann ich mich zuletzt so erholt gefühlt habe. Mit einem herzhaften Lachen und der Anweisung erst einmal RICHTIG zu schlafen, schickt die Schwester mich daraufhin ins Bett und ich komme ihrer Aufforderung nur zu gerne nach. Franz hat in der Zwischenzeit unsere zwei Betten nebeneinandergeschoben und mir mehrfach versichert, dass er gut auf unsere Tochter aufpasst und so brauche ich keine zehn Sekunden bis ich eingeschlafen bin.

Als ich wieder aufwache, höre ich Franz tiefe Atemzüge neben mir und im Hintergrund ein leises Pfeifen und Schmatzen und Seufzen zwischen leichteren, schnelleren Atemzügen. Ich lächle als ich diese Geräusche wiedererkenne und erinnere mich daran, wie es war zu ihrer Melodie einzuschlafen. „Meine Tochter…“, denke ich und bin auf seltsame Weise hellwach, obwohl ich es kaum wage mich zu bewegen um das Atmen meines Babys nicht mit dem Knistern der Decke zu übertönen. Ich habe das Gefühl ewig geschlafen zu haben, dabei ist grade mal eine Stunde vergangen und so liege ich da, morgens um halb drei, und spüre beinahe körperlich wie das Glück und die Erleichterung und der Stolz durch meine Gliedmaßen fließen. Es ist verrückt, dass dieser Moment auf den ich nun monatelang gewartet habe jetzt vorbei ist. Es ist verrückt, dass alles was ich mir für Ilvies Geburt gewünscht habe, alles worauf ich hingearbeitet habe, genau so in Erfüllung gegangen ist. Die Tränen steigen mir in die Augenwinkel, als mir klar wird, wie sehr es sich gelohnt hatte mich meinen Ängsten zu stellen. Ich liege in diesem Krankenhausbett umhüllt von der friedlichen Stille der Nacht und während es mir vorkommt, als sei ich der einzige Mensch der grade wach ist, bin ich so glücklich mit mir, so angekommen wie selten zuvor.

Ich weiß, ich werde in dieser Nacht kein Auge mehr zutun und so bleibe ich einfach liegen, höre meinem Mann und meiner Tochter beim Schlafen zu und verliere mich in Erinnerungen. Irgendwann will ich Ilvie zu mir holen, aber weil ich Franz nicht wecken möchte und mich alleine nicht traute aufzustehen, gestaltet sich das schwieriger als gedacht und so warte ich, bis die Schwester kommt und Ilvie noch einmal zu einer Untersuchung holt. Als sie sie zurückbringt, richte ich das Kopfteil meines Bettes auf, lege sie in meinen Arm und während es draußen langsam hell wird verbringe ich die nächsten Stunden damit ihr Gesicht zu betrachten, ihre Händchen in meine zu nehmen, ein paar Fotos zu machen und die ersten Worte zu ihrer Geburt in mein Handy zu tippen. Niemals mehr möchte ich diese Momente vergessen.

Als es Zeit zum Frühstück ist, wecke ich Franz. Ich habe einen Bärenhunger und auch das Aufstehen klappt mittlerweile wieder ohne dass mir schummrig wird. Wir verbringen den Vormittag zu dritt in unserem Krankenhauszimmer, verschicken erste Geburts-Nachrichten, lassen den vergangenen Abend Revue passieren, essen Krankenhausessen das gar nicht so schlimm schmeckt und freuen uns, dass es bald nach Hause geht. Es ist zwölf Uhr als wir unsere Sachen zusammenpacken, uns verabschieden und zum Auto laufen. Jetzt kann ich es kaum erwarten, Freja endlich ihre kleine Schwester vorzustellen.

Weiter geht’s im nächsten Text …

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1 Comment
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    Nancy Marr
    Posted at 16:05h, 16 September Antworten

    Hallo Inga, deine Geschichte ist so toll geschrieben. Vielen Dank für das teilen mit uns allen. Ich musste mir 3 Tränchen wärend des lesens von der Wange wischen. Ich sitze auch grad auf meiner Couch mit meinem Gigantischen Babybauch und hoffe so sehr das meine zweite Geburt auch so ,letztendlich ja doch gut abläuft wie bei dir. Habe eigentlich auch noch 4 wochen Zeit ab heute aber bin körperlich und mental langsam am Limit angekommen. Es ist alles einfach nur noch anstrengend… Ich freue mich immer wieder über neue Posts von Dir . Mach weiter so. Viele grüße, Nancy

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