Im Augenblick. | Kontrolle ist zwecklos.
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Kontrolle ist zwecklos.

Kontrolle ist zwecklos.

 

Ich liebe es in einem gemütlichen Café zu sitzen und die Menschen um mich herum zu beobachten. Jeder einzelne von ihnen mit einer eigenen Geschichte. Ich bilde mir ein ihre Geschichten zu erkennen und es macht mir Spaß für einen kurzen Augenblick Teil ihres Lebens zu sein. Junge Paare die sich liebevoll in die Augen schauen. Frauen mittleren Alters , die inbrünstig die Fehler ihrer Männer diskutieren. Menschen die gemeinsam kommen aber ganz alleine sind. Kinder die von ihren Eltern zurechtgewiesen werden und empört alle Register ziehen um zum Recht zu kommen. Viele die ich sehe und trotzdem ganz woanders wähne. Und ich bin mittendrin.

Es gab Zeiten in meinem Leben, da galt meine Sehnsucht den verliebten Paaren oder den glücklich wirkenden Familien. An anderen Tagen faszinierten mich die schönen, weiblichen und anmutigen Frauen oder die Souveränität eines wortgewandten Mannes.

Es gab Momente in denen hätte ich gerne dazugehört, zu einer lachenden und scherzenden Gruppe, die so liebevoll miteinander umging. Und manchmal war ich froh das Café zu verlassen und in mein eigenes Leben zurückzukehren.

Heute sitze ich in einem dieser gemütlichen Cafes mit so vielen unterschiedlichen Gesichtern und Geschichten. Aber heute bin ich mit meiner Aufmerksamkeit in meinem eigenen Leben. Und heute bin ich mir sicher, dass es all´ die Facetten hat, die ich bei Anderen schon so lange wahrnehmen kann. Es ist so viel einfacher das Leben aus einer sicheren Distanz heraus zu beobachten. So viel einfacher Zusammenhänge zu erkennen oder gar Fehler und Unzulänglichkeiten zu beurteilen. Bin ich mittendrin in meinem eigenen Leben dann erlebe ich die ganze Bandbreite. Dann habe ich nicht nur diesen einen Moment im Cafe´. Dann habe ich auch die Momente in denen ich mich lieber auf Stand by schalte, lieber nicht wirklich anwesend bin. Momente in denen ich die Angst nicht spüren will, mich klein mache um nicht gesehen zu werden oder möglichst regungslos verharre bis alles vorbei ist. Aber ganz ehrlich, hat das jemals wirklich funktioniert? Hat mein Leben mich nicht immer wieder eingeholt, gerade dann wenn ich es partout nicht spüren wollte? Natürlich.

Mein Leben schaltet den Turbo ein wenn ich auf Stand by bin, so als wollte es sagen: Entweder du schaust hin oder ich schalte einen Gang höher. Kontrolle ist zwecklos. Mittlerweile höre ich meinem Leben lieber zu. Alles andere macht keinen Sinn. Ich beobachte seltener das Leben Anderer. Ich lebe mein eigenes. Manchmal macht mir genau das Angst, denn die Bandbreite der Gefühle, die mein Leben für mich bereithält ist unglaublich. Wunderbar und erschreckend zugleich. Trotzdem oder gerade deshalb stelle ich mich nicht mehr mit aller Macht und mit ausgeklügelter Kontrolle gegen mein eigenes Leben. Trotzdem oder gerade deshalb kann ich immer häufiger sagen im Augenblick ist alles gut. In solchen Momenten fällt es mir leicht mein Leben zu lieben. Ich kann ihn spüren diesen einen glücklichen, entspannten, sinnlichen oder erfolgreichen Moment und bin mir hier und jetzt sicher: Ich vertraue meinem Leben. Jetzt und in Zukunft. Es hält weiterhin Herausforderungen für mich bereit und ich werde sie meistern. Warum auch nicht? Es bleibt aufregend, was sonst? Und wer weiß, vielleicht will gerade heute der ein oder andere in diesem gemütlichen Café zu meiner Geschichte gehören.

 

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