Im Augenblick. | Make a fairytale.
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Make a fairytale.

Make a fairytale.

Warum es gar nicht so einfach ist sein eigenes Ding zu machen. – von Inga

 

Es ist halb Acht am Morgen. Vor meinem Fenster rauscht der Brunnen, die Sonne lässt sich schon erahnen und in unserem Atelier duftet es nach Kaffee und meinem Frühstücks-Pfannekuchen aus Bananen. Es ist ein Morgen wie jeder andere, bis auf den Teil mit der Sonne vielleicht. Der ist nach der letzten Sturm-Weltuntergangs-Regenwoche relativ neu.

Während ich frühstücke, scrolle ich durch Instagram, Facebook, Youtube und meine Lieblingsblogs. Auch das mache ich immer so. Jeden Morgen eine halbe Stunde. Statt Tageszeitung, sozusagen. Ich klicke mich durch Fotos von perfekt angerichteten Obsttellern, bunten Blumensträußen und tollen Frisuren. Ich überfliege Artikel über die neusten Fitness- und Modetrends und erfahre warum ich jeden Morgen unbedingt drei Dinge aufschreiben sollte für die ich dankbar bin. Gleichzeitig bekomme ich kostenlosen „Business-Advice“ via Videobotschaft und kann mir in diversen „Food-Diaries“ ansehen, was man in einer Woche so alles essen kann. Diese Liste würde sich mit Sicherheit beliebig lange fortsetzen lassen, doch viel mehr passt einfach nicht in eine halbe Stunde. Es muss ja auch gearbeitet werden, das Leben ist nun mal kein Ponyhof. Oder so.

Ich mag meine halbe Stunde Social Media am Tag. Wirklich. Ich meine, ich bin Fotografin, natürlich sehe ich mir da gerne schöne Bilder an. Aber trotzdem bleibt hinterher manchmal ein schaler Nachgeschmack und ich schaue resigniert auf meine abgetragenen Winterstiefel, die ausgewaschene Jeans und meinen öden Pferdeschwanz. Während andere Menschen jeden Morgen scheinbar 10 Kilometer laufen und danach noch Zeit haben für Lockenstab und Co, beschäftige ich mich mit so spektakulären Dingen wie der Buchhaltung. Na wunderbar.

Das Internet ist voll von brillanten, kreativen Köpfen, hervorragenden Unternehmern, tollen Fotografen und Menschen, die ein Gespür für Mode haben, das ich niemals entwickeln werde. Allein schon, weil es mich gar nicht so sehr interessiert. Nicht selten ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Du müsstest das mal so machen, wie …“ oder „Du wirst niemals solch stylische Bilder machen wie …“ oder „Warum, zum Teufel kann ich nicht solche Haare haben wie …?“.

Es sind Gedanken, die ich gar nicht einmal bewusst wahrnehme. Sie schleichen sich in meinen Kopf und sorgen dafür, dass ich mich ein kleines bisschen schlechter fühle als vorher. Dass ich ein kleines bisschen weniger motiviert bin als noch wenige Minuten zuvor. Und dass  ich irgendwann das Gefühl habe, es lohnt sich gar nicht erst anzufangen, schließlich kann ich ja doch nie etwas erreichen wie … .

Doch es gibt einen Punkt, den lasse ich vollkommen außer Acht bei allen meinen Gedanken. Ich bin nicht wie jemand da draußen. Ich bin ich. Ich werde niemals so stylische Bilder machen, weil mir natürliche Fotos immer noch am besten gefallen. Ich werde niemals in hohen Schuhen zur Arbeit gehen, weil ich sie spätestens nach 15 Minuten ausziehen würde, schließlich fühlt sich unser Atelier fast so an wie mein eigenes Wohnzimmer und da liege ich ja auch nicht in High Heels auf der Couch. Und als ich das letzte Mal den Lockenstab benutzt habe, war das Ergebnis definitiv nicht so, dass ich es bei Instagram gepostet hätte. Ein bisschen Eitelkeit muss sein.

Es ist gar nicht so einfach sein eigenes Ding zu machen, vor allem wenn es so viele Menschen gibt die anscheinend ein ähnliches „Ding“ haben – und das dann auch noch verdammt gut umsetzen. Trotzdem werde ich es versuchen. Es geht darum zu trennen zwischen den was man vermeintlich will und dem, was man sich wirklich und von ganzem Herzen wünscht und machen möchte. In diesem Sinne ende ich mit einem Zitat das mir heute bei meiner morgendlichen Pinterest-Runde untergekommen ist … Lasst uns loslegen.

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