Im Augenblick. | Sonntagsfrühstück.
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Sonntagsfrühstück.

Sonntagsfrühstück.

Im Augenblick ist alles gut.

 

Ich öffne die Augen und blicke hinaus durch die geöffnete Tür. Der Himmel ist mehr grau als blau und ein kühler Luftzug kitzelt meine Nase, sodass ich unwillkürlich die Bettdecke greife und sie ein wenig höher ziehe. Ich spüre deinen Arm um meinen Schultern. Obwohl mir deine tiefen Atemzüge verraten, dass du noch schläfst, hältst du mich fest, sodass ich schon weiß, ich werde Schwierigkeiten haben aufzustehen. Alleine der Gedanke an dein protestierendes Grummeln, wenn du merkst, dass ich  behutsam versuche mich aus deiner Umarmung zu befreien, bringt mich zum Lächeln.

Es ist Sonntag. Nicht mehr wirklich morgen, eher bereits Mittag. Ich schäle mich aus der Bettdecke und ersticke deinen Protest im Keim, indem ich sage ich würde frische Brötchen holen und Kaffee kochen. Zehn Minuten später stehe ich vor der Tür, atme tief die frische Luft ein und freue mich schon wieder auf das warme Bett – mit einem Tablett für’s Sonntagsfrühstück. Ein paar chaotische Wochen liegen hinter mir und wahrscheinlich denkt mein Leben auch in Zukunft nicht daran plötzlich von „drunter und drüber“ auf „ruhig und geregelt“ umzuschalten. Doch was mich am Vorabend noch beinahe in die Verzweiflung getrieben hat, versetzt mich nun beinahe schon in freudige Erwartung. Vielleicht ist „drunter und drüber“ ja gar nicht so schlecht. „Auf jeden Fall ist es aufregender als ruhig und geregelt“, denke ich und muss dabei grinsen.

Es geht mir gut an diesem Morgen. Ich bin zufrieden, glücklich. Es ist nicht wichtig was war und was kommt. Es zählt einzig was ist.

Eine halbe Stunde später liege ich wieder in deinem Arm. Obwohl du ein Brötchen in der einen und eine Tasse Kaffee in der anderen Hand balancierst, hältst du mich fest, so wie du es immer tust. Wir lachen über schlechte Witze schmeißen dabei beinahe das gesamte Tablett um und dösen noch einmal ein. Als ich wieder aufwache blicke ich aus der geöffneten Tür, spüre den kühlen Luftzug und ziehe die Decke ein Stückchen höher. „Im Augenblick ist alles gut“, denke ich und lächele während ich mich noch tiefer in deinen Arm kuschele.

KretschmerFotografie_542

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