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Unsere Hochzeit – in Bild und Schrift

Unsere Hochzeit.

In Bild und Schrift

 

Am Vorabend trank ich ein Gläschen Whiskey. Ich war so aufgeregt, dass ich mir sicher war sonst niemals einschlafen zu können. Im Grunde war das durchaus eine gute Idee, ich schlief wunderbar – bis morgens um vier. Dann war ich hellwach. Also schlich ich mich ins Wohnzimmer und trank einen weiteren Schluck Whiskey. Im Grunde ein durchaus logischer Gedanke. Mit dem Ergebnis, dass ich mit einem leichten Schwindelgefühl noch drei Stunden lang hellwach im Bett lag und es kaum erwarten konnte endlich zu heiraten. Vielleicht doch nichts so logisch – aber einen Versuch war’s wert.

Mehrere Monate lang hatten wir geplant, mehrere Wochen lang vorbereitet, und einige Tage lang waren wir nun täglich im Gewächshaus (unserer Hochzeitslocation) gewesen und hatten Alles aufgebaut. Programmhefte, Blumendeko, Plakate, Schilder, eine Waffel-Hütte, Menukarten, eine Theke aus Paletten und noch gefühlte 1.000 andere größere oder kleinere Kleinigkeiten – alles hatten wir selbst gemacht, für diesen einen Tag. Als ich am Morgen des 24. Oktobers dann endlich (und nicht mehr schwindelig) aufstand, war es beinahe ein bisschen unwirklich, dass es nun tatsächlich soweit sein sollte.

Franz und ich frühstückten stilecht bei Hoenen, zusammen mit ungefähr zwanzig Rentnern. Kaffee und Brötchen, nur ein halbes. Ich war glücklich. Und aufgeregt. Und vor allem glücklich. Danach ging es zum Friseur. Drei Mal Hochzeitsfrisur war die Herausforderung, die das Team von Star Cut so grandios meisterte, dass ich in Zukunft niemand anders mehr an meine Haare lassen werde. Der Brautstrauß von Blumen Brammen war ebenso perfekt – er sah aus wie frisch gepflückt.

Zuhause bei meinen Eltern machte ich mich dann fertig – also Kleid, Make-up, Schuhe, ihr wisst schon. Mit jeder Minute wurde ich aufgeregter. Es ist schon ein seltsames Gefühl sich ins Brautkleid zu werfen, den Schleier anzustecken und zu wissen: So werde ich heiraten. Gleich werde ich Franz zum ersten Mal sehen. Das hier passiert gerade wirklich. Krass.

Als ich ins Auto stieg um zu unserem vereinbarten Treffpunkt für das Fotoshooting zu fahren (wir würden uns schon vor der Trauung zum ersten Mal sehen), war die Aufregung kaum noch auszuhalten. In eine pinke Wolldecke gehüllt (falls Franz uns auf der Straße überholen und zufällig durchs Rückfenster blicken würde, sicher ist sicher), fuhr ich meinem Ehemann entgegen und als ich ihn dann zum ersten Mal sah (natürlich ohne Wolldecke), war ich gleichzeitig überwältigt, glücklich und auch ziemlich berührt.

Ab hier sind alle Fotos von Anna Muysers:

Noch vor der Trauung kam dann die erste Überraschung: Ich fuhr (diesmal wirklich stilecht) in einer weißen Kutsche mit weißen Pferden, die leider keine Einhörner waren, über die beschaulichen Landstraßen von Kempen nach St.Hubert. Nur ich und meine beiden kleinen Schwestern in eine weiße Wolldecke gehüllt, ich mit weißen Hello-Kitty-Plüsch-Hausschuhen an den Füßen – ihr seht, wenn meine Familie etwas plant dann macht sie das richtig. Natürlich kam ich (schon wieder stilecht) zehn Minuten zu spät und unser Theologe kündigte mich an mit den Worten: „Wir fangen gleich an, die Braut muss nur noch kurz zur Toilette“. Ein Lacher, von dem ich leider nicht so viel mitbekam. Ich war zu diesem Zeitpunkt froh, dass ich überhaupt noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Diese Aufregung…

Am – oder besser im – Arm meines Vaters ging ich nun zu unserem Altar, den Franz und ich noch zwei Tage vorher selbst zusammengezimmert hatten. Ich ging durch einen Gang, gesäumt von rund 280 Menschen und doch gab es in diesem Moment nur Franz und mich. Und meinen Vater, denn ohne ihn hätten meine Beine ganz sicher versagt. Mein Bruder Nils sang dazu L.O.V.E von Nat King Cole ( ja genau, wie bei „Ein Zwilling kommt selten allein“). Ich war – und blieb – vollkommen überwältigt. Und als Franz mich vor dem Altar dann endlich in den Arm nahm, war – und blieb –  ich überglücklich.

Franz und ich hatten vorher nur den Rahmen für die Trauung geplant – die Details hatten wir unseren Trauzeugen, Geschwistern und unserem großartigen Theologen Jochen Jülicher überlassen. Und so waren diese 45 Minuten für uns voller wunderbar, berührender Überraschungen. Mein Bruder brachte den ganzen Saal dazu „Bonnie und Clyde“ von den Toten Hosen zu singen und mit seiner Akustikversion von „Die Eine“ hat er nicht nur mich zu Tränen gerührt. Max, Franz‘ Bruder, hatte aus demText, den ich ihm gegeben hatte (einem Zitat aus „One Tree Hill … ich weiß, nicht lachen) ein Statement für den Glauben an seine ureigensten Wünsche gemacht, und es war fast so als würde er jeden einzelnen unserer Gäste persönlich ansprechen. Alle unsere Geschwister lasen Fürbitten, die so sehr zu uns passten, dass sie mich seitdem jeden Tag begleiten und unser Jochen Jülicher gab all‘ diesen Elementen einen Rahmen der gleichzeitig für viel Spaß und genau das richtige Maß an Ernsthaftigkeit gesorgt hat. Franz‘ Eheversprechen war so oder so das schönste das ich je gehört habe (und ich habe es mir seitdem bestimmt 1.000 Mal durchgelesen und finde es immer noch unglaublich, dass er das tatsächlich so meint) und als mein Bruder dann noch „All you need is love“ von den Beatles anstimmte und ich auf einmal einen leisen Chor aus dem Publikum vernahm der immer lauter wurde, war ich endgültig geplättet. Nils hatte tatsächlich unsere Familie und besten Freunde dazu gebracht mit ihm gemeinsam zu singen – und wir hatten keine Ahnung. Zuerst standen eine Reihe Männer auf, dann die Frauen (vielleicht war es auch anders herum). Sie sagen die Hintergrundstimmen, und jeder eine eigene Textzeile. Max saß plötzlich am Keyboard. Dann tauchten irgendwo Saxophone und Trompeten auf. Querflöten. Eine E-Gitarre. All you need is love. Jeder der den Film „Tatsächlich Liebe“ kennt weiß wovon ich rede. Das selbst zu erleben, war unglaublich (ich weiß mir gehen die Synonyme für „unglaublich“ aus – aber es gibt keine andere Beschreibung für diesen Tag). Unser Auszug mit einem wahren Sturm von Konfetti und „I’m a believer“ von den Monkeeys erlebte ich danach ein bisschen wie im Traum.

Zwei Stunden Sektempfang rauschten vorbei wie zehn Minuten. So viele, so herzliche Glückwünsche. Selbstgebackene Muffins, ein oder zwei Gläser Sekt. Wir hatten Kicker aufgebaut und ein Flunkyballfeld gab es selbstverständlich auch. Wir hatten Zauberer und Ballonkünstler Tobi Twist engagiert – eigentlich für die Kinder. Doch nach ein paar Minuten stand beinahe unsere komplette Hochzeitsgesellschaft staunend um ihn herum und versuchte auch eine seiner grandiosen Ballonkostruktionen (er kann Einhörner, Prinzessinnen, Löwen … ach was, er kann einfach alles aus Ballons zaubern) zu bekommen. Tobi, du bist einfach der Beste.

Irgendwann dann: Abendessen. Ein Buffet von Furth für das ich noch heute Komplimente ernte (als hätte ich’s selbst gekocht, hach…). Ein tanzender Kegelclub, herrlich. Meine Mutter, mein Bruder und Jan, Franz‘ Trauzeuge hielten Reden als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Franz komplette Familie (und das sind sehr viele Menschen) hatte es irgendwie organisiert mit alle Mann einen Film zu drehen bei dem die gesamte Gesellschaft auf dem Boden lag vor Lachen. Ich war natürlich nachher wieder am heulen. Und überwältigt. Und glücklich, ihr wisst schon. Und dann kam noch die Torte – die schönste die ich je gesehen habe (und das soll was heißen, schließlich bin ich durchaus bewandert in Sachen Pinterest), selbstgemacht von Max. Hereingetragen mit Wunderkerzen zur Traumschiff Musik. Zwei Schichten aus purer Schokolade. Muss ich mehr sagen? Ich glaube nicht.

Wir tanzten zu „Nur mer zwei“ von den Brings. Keine Aufregung mehr, keine Überraschungen. Nur noch eine grandiose Party, eine gut gefüllte Whiskey Bar, wunderbare Freunde und ein DJ, der sich selbst übertraf. Morgens um halb fünf schmissen wir dann die große, gusseiserne Pfanne (Danke Ann Kathrin) an und brieten 250 Eier und rund ein Kilo Speck. Einfach weil eine gute Party eben damit endet, dass man Eier brät.

Wir sagen hier schon einmal DANKE an alle Helfer, Muffinbäcker, Techniker und was ihr sonst noch alles so gemacht habt – ohne euch wäre dieser Tag für uns niemals möglich gewesen. Alle unsere Dienstleister haben einen fantastischen Job gemacht und ich würde jeden einzelnen von Ihnen ohne Einschränkungen weiterempfehlen. An alle die demnächst also vielleicht auch heiraten möchten: Für euch ist diese Liste.

Tolle Fotos von Anna Muysers. Eine Frisur, von der ich nicht wusste, dass meine Haare so aussehen können vom Star Cut Team. Ein Strauß der all‘ meine Erwartungen übertroffen hat von Blumen Brammen. Ein wunderschönes Brautkleid von Brautblüte. Die schönste freie Trauung die wir uns vorstellen konnten von Jochen Jülicher, Anders heiraten. Zauberhafte Ballonkunst von Tobi Twist. Das beste Buffet der Welt von Furth. Stühle, Tische und eine absolut professionelle Ausstattung von Perfect Veranstaltungsservice. Beste Technik (natürlich) von der Griller Gang. Eine Party mit gefüllter Tanzfläche bis morgens um fünf von und mit Stefan Hesse, Music GT.

 

 

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