Im Augenblick. | Wir bekommen ein Baby
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Wir bekommen ein Baby

Wir bekommen ein Baby

Mittwochmorgen, halb acht. Soeben habe ich Franz in den Arbeitstag verabschiedet, jetzt bleibt mir noch eine halbe Stunde um mich fertigzumachen, und mir einen duftenden Bananenpfannkuchen zu zaubern, bevor es für mich runter in den Laden geht – zu meinem ersten Kaffee. Unsere Hochzeit ist nicht einmal zwei Monate her, schon vorher hatten wir besprochen, dass wir es danach mal ausprobieren wollen mit der Familienplanung. „Mal sehen wann es soweit ist“, war unser Motto, schließlich kann es ja durchaus dauern bis es dann tatsächlich klappt mit dem schwanger werden.

Wir hatten also keine Eile, dafür aber in den Vorweihnachtsmonaten eine ganze Menge Arbeit und nur sehr wenig Erholung. Und da Stress sich ja bekanntermaßen negativ auf eine potenzielle Schwangerschaft auswirkt, bin ich (eigentlich) der absolut festen Überzeugung niemals schwanger zu sein. Doch da ist dieses Gefühl. An diesem Mittwochmorgen. Um halb acht. Noch vor dem Frühstück – und glaubt mir, das ist recht ungewöhnlich, vor Frühstück und Kaffee ist mit mir nämlich in der Regel rein gar nichts anzufangen.

Aber zurück zur Geschichte. Ich erinnere mich also an einen Koffer voller kleiner, nützlicher Geschenke den wir zur Hochzeit bekommen haben. Ein selbst gemachtes Mixtape bestehend aus abwechselnd Rammstein (für Franz) und den Vengaboys (der besten Band der Welt), ein Salz und ein Pfefferstreuer für die nötige Würze in der Ehe, ihr wisst schon. Und eben ein Schwangerschaftstest.

Eben diesen Test krame ich nun raus. Kennt ihr das, wenn euch etwas das ihr tut so absurd vorkommt, dass ihr euch schon vorher damit beruhigt, ihr müsstet es ja niemandem erzählen, falls ihr Unrecht habt? So geht es mir als ich diesen Test mache. Und während ich warte, auf den berühmten zweiten Strich, der bestimmt nicht auftaucht, schließlich ist „so ein Gefühl“ vor dem Frühstück nichts als absurd. Oder?

Es ist nicht absurd. Der erst Strich auf dem Teststreifen kommt sofort (ich glaube das ist immer so). Der zweite kurz danach. Erst ist er ganz blass, ich kann ihn eher erahnen als sehen. Doch dann wird er stärker. Ein zweiter roter Strich. Von wegen absurd. Ich lache über mich selber. Ich bin schwanger. Ich sage es laut zu meinem Spiegelbild. Mehrfach. Es hört sich komisch an. Zwischendurch starre ich auf den roten Strich. Ich weiß nicht was ich fühlen soll. Jetzt bin ich doch irgendwie überfordert. Und irgendwie glücklich. Und irgendwie fassungslos. Gefühle zuordnen geht nicht mehr. Ich fühle alles „irgendwie. Der erste Gedanke an den ich mich wieder klar erinnern kann ist folgender: „Ich habe noch genau acht Stunden und 30 Minuten bis Franz nach Hause kommt. Wie zum Teufel soll ich das durchhalten?“

Ich verbringe den Tag abwechselnd mit Arbeiten und Schwangerschafts-Youtube-Videos-gucken. Ich muss mich beherrschen nicht zum Telefon zu greifen und sofort Franz` Nummer zu wählen, ich will es ihm endlich sagen. Aber ich kann mich beherrschen, schließlich sagt man so etwas nicht am Telefon. Stattdessen überlege ich also was ich tue, wenn er nach Hause kommt. Mache ich ein großes Ding draus? Kaufe ich kleine Babyschuhe? Verpacke ich den Test als Geschenk? Ich spiele mit dem Gedanken einen riesigen herzförmigen Helium-Luftballon zu bestellen auf dem steht „It’s a boy or a girl“. Das müssen die Hormone sein. Im Endeffekt erkläre ich mich selbst für verrückt und habe absolut keine Ahnung was ich sagen werde, wenn Franz von der Arbeit kommt.

Es ist mittlerweile 16:30 Uhr. Ich sitze schon seit einer Stunde auf der Couch und warte. Dann klingelt mein Handy: „Dauert noch was, ich komm erst in ner Stunde“. „WAS? WARUM HEUTE?“, möchte ich antworten, kann mich aber im letzten Moment beherrschen. Ich schreibe „Ok.“ Und schicke gedanklich noch ein „ABER BEEIL DICH“ mit ganz vielen Ausrufezeichen hinterher.

Eine weitere Stunde später höre ich den Schlüssel in der Tür. „ENDLICH“, möchte ich rufen. Ich möchte Franz entgegen laufen und ihm mit bedeutungsschweren Worten mitteilen, dass er Vater wird. Souverän möchte ich sein und ihm die Neuigkeit mit einem leichten Lächeln im Gesicht verkünden, bevor er mir strahlend um den Hals fällt. Stattdessen sitze ich wie festgeklebt auf der Couch. Ich sage kein Wort. Stumm strecke ich Franz den Teststreifen entgegen. Er sieht gar nicht richtig hin. „Was’n das?“, fragt er und will sich gerade wieder umdrehen um die Jacke aufzuhängen, als er auf einmal innehält. Ich bringe noch immer kein Wort heraus. Franz sieht auf den Steifen, der in seiner Hand winzig aussieht. Dann zu mir. „Echt?“, fragt er etwas ungläubig. „Schwanger?“. Ich nicke stumm. Und ich lächle. In diesem Moment fällt Franz mir um den Hals. Er drückt mich an sich, nimmt mein Gesicht in beide Hände und küsst mich. Er strahlt über das ganze Gesicht. Ich strahle auch. Jetzt ist der Moment doch so bedeutungsvoll, wie ich ihn mir ausgemalt hatte. Ganz ohne Babyschuhe, Luftballons und sogar ohne ein einziges Wort. Jetzt fühle ich auch nicht mehr „irgendwie“. Jetzt bin ich glücklich. Einfach nur glücklich.

Wenn ihr mitbekommen möchtet, wie dieser winzige Mensch in meinem (noch recht kleinen) Bauch unser Leben verändert und bereichert, dann kommt rüber zu Instagram. Hier werde ich Fotos posten und Einblicke in meine Schwangerschaft geben und ein wenig von meinen Erfahrungen erzählen. Außerdem werden wir euch bald ein neues Teammitglied vorstellen, und vielleicht auch diesen Blog mal wieder aus dem Winterschlaf holen – es kann allerdings sein, dass es dann hier etwas „babylastiger“ wird. Da kann ich nichts für. Das sind die Hormone. In diesem Sinne: Bis bald, ihr Lieben.

 

Inga Babaybauch_1-1

 

5 Kommentare
  • Olivia
    gepostet am 12:30h, 26 Februar Antworten

    Hach so schön! Hab ganz gespannt gelesen und konnte mich gleich in dich hineinversetzen. Ein Kind verändert einfach alles und ist für mich bis jetzt die schönste Zeit meines Lebens! Wünsch euch alles Gute und eine schöne Schwangershaft! Herzlichst, Olivia

    • Inga
      Inga
      gepostet am 08:05h, 29 Februar Antworten

      Liebe Olivia,

      vielen Dank für die netten Worte :).

  • Nicole
    gepostet am 16:28h, 22 März Antworten

    Das ist so wunderschön geschrieben…
    Ich bin auch schwanger und kann dein glück und die freude so nachempfinden. Mich hat es grade zurück versetz, so dass ich (wiedermal) weinen musste vor glück. Alles gute weiterhin 🙂 liebe grüße, Nicole

    • Inga
      Inga
      gepostet am 09:03h, 23 März Antworten

      Liebe Nicole,

      oh, das ist unheimlich schön zu hören – da freue ich mich wirklich sehr :). Alles Gute dir für deine Schwangerschaft!

  • Leona
    gepostet am 11:53h, 25 März Antworten

    Liebe Inga, das ist so unheimlich schön geschrieben! Ich liege im bett, mit meiner 6 Monaten alten, schlafenden tochter auf der Brust und mir kullern die Tränen hinunter. Aus Glück und den Erinnerungen von dem Tag des positiven Tests! Ich danke dir von ganzem Herzen für deine Worte und diesen Augenblick!!
    Ich wünsche dir eine schöne, glückliche und einzigartige Schwangerschaft.
    Alles Liebe, Leona

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